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Donnerstag, 9. April 2009

PTBS - posttraumatische Belastungsstörung

Jetzt mal im Ernst....die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt....ähem...

etwas, was ich als Betroffene eh schon immer wußte, aber schön, daß es mal bewiesen wurde :roll:

Bei PTBS empfindet man alles als wesentlich intensiver als es bei Nicht-Traumatisierten der Fall ist, was den Betroffenen oft Bezeichnungen einbringt wie "Mimose", "Spinner", "Bekloppte", "Weicheier", "Sensibelchen" und vieles mehr...

Aus eigener Betroffenheit kann ich nur sagen, daß es nicht einfach ist damit zu leben.
Geräusche werden als wesentlich lauter und unangenehmer empfunden, als es Nichtbetroffene empfinden.
Gefühle, egal welcher Art, werden wesentlich intensiver wahrgenommen
Visuelle Reize und Eindrücke werden ebenfalls wesentlich intensiver empfunden.

Wer das nicht kennt, der denkt oft, daß die Betroffenen übertreiben, überspannt seien, überspitzt reagieren....dabei ist das alles eine Folge des Traumas.
Der Körper/das Gehirn sind auf permanente Habacht-Stellung programmiert und dadurch wird diese Hypersensibilität ausgelöst.

diese Reaktionen kann man nicht "heilen", aber man kann lernen, gut damit zu leben.
Wenn ich mich beispielsweise erschrecke durch ein Geräusch, dann muß ich mittlerweile nicht mehr in umfasende Katastrophenphantasien geraten.
Oder wenn mich eine Kleinigkeit aus der Fassung bringt, dann weiß ich, daß das nicht der Weltuntergang ist, auch wenn es sich momentan gerade ganz genauso anfühlt....

Aber hier nun zu dem, was die Wissenschaft festgestellt hat:

Posttraumatische Belastungsstörung: Diagnose mittels Gehirn-Scan
Betroffene reagieren auch bei harmlosen Ereignissen extrem

Soldaten leiden nach Kriegseinsätzen oft unter dem PTSD-Symptom

Durham (pte/03.04.2009/10:10) - Wissenschaftler der Duke University http://www.duke.eduhttp://www.wpanet.org in Florenz der Öffentlichkeit präsentiert. sind der Diagnose der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) mittels eines Gehirn-Scanners einen Schritt näher gekommen. Das Team um Rajendra Morey geht davon aus, dass die Gehirnaktivität von PTSD-Patienten Unterschiede aufweist. Mehr als 40 Soldaten, die im Irak oder in Afghanistan im Einsatz waren wurden getestet. Bei rund der Hälfte war PTSD diagnostiziert worden. Die Ergebnisse der Studie werden auf einer Tagung der World Psychiatric Association

Die Gehirne der Soldaten wurden mit einem MRI-Scanner untersucht, während sie Gedächtnistests absolvierten. Den 42 Soldatinnen und Soldaten wurden Fotografien mit drei ähnlichen Gesichtern gezeigt. Anschließend sahen sie Bilder einer Kampfszene, einer friedlichen Szene, wie zum Beispiel einen Mann der Posaune spielt, oder ein digital verfremdetes Bild. Abschließend kam wieder ein Gesicht und es wurde gefragt, ob sie es gerade gesehen hätten. Bei der Beobachtung des Gehirnbereichs, der mit der Aufmerksamkeit in Zusammenhang gebracht wird, bemerkten die Forscher, dass nicht an PTSD leidenden Teilnehmer durch die Bilder der Kampfszenen weit mehr abgelenkt waren.

Die PTSD-Patienten wurden dagegen sowohl durch die Kampfszenen als auch durch die anderen Bilder abgelenkt. Sie schnitten in den folgenden Gedächtnistests auch schlechter ab. Morey betonte, dass diese Sensibilität für neurale Informationen mit dem PTSD-Symptom der extremen Wachsamkeit in Einklang steht. Ablenkungen entstehen dabei nicht nur durch bedrohliche Situationen, die an das Trauma erinnern, sondern auch durch harmlose Ereignisse. Auf der Gehirnebene seien diese Reaktionen bisher noch nicht sichtbar gemacht worden. Werden die aktuellen Forschungsergebnisse bestätigt, könnte dieses Muster bei der Diagnose hilfreich sein. Simon Wessely, Direktor des King's Centre for Military Health Research, argumentierte, dass es eigentlich nicht schwer sei, PTSD zu diagnostizieren. Die wirkliche Herausforderung sei, die Menschen dazu zu bringen Hilfe anzunehmen, berichtet BBC.

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